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Das Stockholmer Unternehmen Bumbee Labs nimmt 12,5 Millionen SEK Risikokapital auf. „Hand aufs Herz, eine Zeit lang war es hart für uns”, sagt Staffan Liljestrand, CEO und Mitgründer von Bumbee Labs.
Bumbee Labs hilft seinen Kunden, Besucherflüsse zu messen. Der Dienst funktioniert so, dass das Unternehmen offene Wi-Fi-Netzwerke einrichtet, die erfassen, wie viele Mobiltelefone sich innerhalb eines bestimmten Bereichs bewegen. Die Mobiltelefone müssen nicht mit den Netzwerken verbunden sein; es genügt, dass sie sich in Reichweite des Netzwerks befinden.
Der Food Court K25 in Stockholm etwa nutzt den Dienst, um zu messen, wie viele Menschen sich zu verschiedenen Zeiten in den Räumlichkeiten aufhalten oder draußen vorbeigehen.
Die Reise war jedoch alles andere als unkompliziert.
Bumbee Labs geriet im Sommer 2015 in Schwierigkeiten, nachdem die schwedische Datenschutzbehörde den Dienst des Unternehmens abgelehnt hatte. Nach Auffassung der Behörde verstieß der Dienst gegen das Personendatengesetz. Der Grund war damals, dass das Unternehmen sogenannte MAC-Adressen speicherte, eine Art eindeutige Kennung für jeden Wi-Fi-Chip.
„Hand aufs Herz, 2015 war es eine Zeit lang hart für uns. Unsere Anwälte hatten die eine Meinung und die Datenschutzbehörde eine andere. Es war ein Jahr, in dem wir viel aufgebaut und nicht viele Abschlüsse getätigt haben”, sagt Staffan Liljestrand, CEO und Mitgründer von Bumbee Labs.
Doch im November desselben Jahres erhielt das Unternehmen schließlich grünes Licht von der schwedischen Datenschutzbehörde, nachdem es die Speicherung der MAC-Adressen eingestellt hatte. Das bedeutet, dass die Daten nun nach den Regeln der Behörde ausreichend anonymisiert sind. Seitdem kommen die Abschlüsse herein.
Nun erhöht Bumbee Labs das Tempo weiter und nimmt 12,5 Millionen SEK Risikokapital von einer langen Liste von Privatpersonen auf. Insgesamt zählt die Eigentümergruppe des Unternehmens mehr als 70 Personen.
„Es war ein Ziel für uns, viele Eigentümer zu gewinnen. Die meisten haben Erfahrung in der Immobilienentwicklung oder haben in der IT-Branche ihre eigenen Wege gemacht”, sagt Staffan Liljestrand.
Wer investiert hat, will er jedoch nicht verraten.
Das neue Kapital wird genutzt, um die Vertriebsorganisation zu stärken und das Produkt weiterzuentwickeln.
Ein weiterer wichtiger Punkt für das Unternehmen ist es, künftig mehr Wi-Fi-Netzwerke in Großstädten aufzubauen. Zunächst richtete das Unternehmen Netzwerke nur für Kunden in deren eigenen Räumlichkeiten ein. Nun plant es stattdessen, eine neue Einnahmequelle zu erschließen, indem es Verkehrsdaten im öffentlichen Raum zugänglich macht.
Bumbee Labs arbeitet derzeit am Aufbau einer Plattform, über die Unternehmen Verkehrsströme auf der Straße abonnieren können. Das könnte zum Beispiel von großen Einzelhändlern genutzt werden, die planen, wo ihr nächstes Geschäft liegen soll.
„Wenn ein Immobilienverwalter unser System bestellt, gehören ihm die Daten aus seinem eigenen Netzwerk. In diesem Fall ist es für uns vielleicht besser, selbst in das Netzwerk zu investieren, damit wir die Daten mehr als einem Kunden anbieten können”, sagt Staffan Liljestrand.
Er stellt jedoch klar, dass die Daten, die mehreren Parteien zur Verfügung gestellt werden, nur Bereiche betreffen, die bereits öffentlich sind. Die Daten aus den eigenen Räumlichkeiten behält jeder Kunde selbst.